Organisieren

Das große Krabbeln in der Küche: So bestimmst und entfernst du Ungeziefer

1 Likes
0 Comments

Gerade in der Küche, wo wir unsere Lebensmittel lagern und verarbeiten, können wir Ungeziefer nicht gebrauchen. Im schlimmsten Fall übertragen die kleinen Krabbeltiere Krankheiten, im besten Fall sind sie einfach unappetitlich. Damit du das Ungeziefer effektiv aus deiner Küche entfernen kannst, helfen wir dir dabei, es zu bestimmen.

Das lieben Schädlinge in der Küche

Selbst wenn du alle Tipps für ein hygienisches Zuhausebefolgst und deine Küche immer sauber hältst, bist du nicht zwangsläufig vor Ungeziefer sicher. Schädlinge fühlen sich in feuchtwarmen Zimmern mit dunklen Ritzen und vollen Vorratsschränken einfach wohl. Meist werden die Krabbeltiere mit dem Einkauf aus dem Supermarkt nach Hause gebracht. Sie können Schäden an Lebensmitteln oder sogar der Einrichtung anrichten. Zudem verteilen sie Krankheitserreger und lösen so allergische Reaktionen und Magen-Darm-Beschwerden aus. Lebensmittel, die von Schädlingen befallen sind, wurden möglicherweise mit toten Insekten, Kot, Häutungsresten oder Spinnfäden verunreinigt. Bemerkst du eine Veränderung in der Konsistenz des Lebensmittels, spricht das auch für einen Befall. Am häufigsten betroffen sind Getreideprodukte und Backzutaten wie Mehl, Kakao, Nüsse, Trockenobst oder Gewürze. Der Name des Ungeziefers verrät in vielen Fällen, in welchem Lebensmittel es sich gerne versteckt. 

Das Who-is-Who in der Küche: So bestimmst du das Ungeziefer

Im Internet gibt es verschiedene Insektendatenbanken, die dabei helfen, die Krabbeltiere zu bestimmen. Wir haben dir die häufigsten Vorratsschädlinge zusammengetragen:

  • Die Dörrobstmotte, bekannt auch als Vorrats- oder Hausmotte, ist einer der verbreitetsten Lebensmittelschädlinge. Die gelblichen Larven findest du in den Resten deiner Weihnachtsbäckerei, im Frühjahr legt der silbergraue Falter seine Eier auch in anderen Lebensmitteln ab. Zu erkennen ist die Dörrobstmotte an Spinnfäden in meist klumpig gewordenen Nahrungsmitteln.
  • Die Larven des Mehlkäfers werden Mehlwürmer genannt. Sowohl Larve als auch Käfer essen gerne Mehlprodukte. Bei Befall wird das Mehl klumpig und riecht muffig. Larven erkennst du zudem am Wuseln in den Backprodukten.
  • Bei den Kornkäfern sind es vor allem die Larven, die großen Schaden anrichten. Diese fressen das Innere von Körnern auf und lassen die leeren Hüllen zurück. Auch Backwaren und andere pflanzliche Lebensmittel befallen sie – diese werden dann warm und riechen muffig. Getreidehaltige Produkte locken auch Brotkäfer und Getreideplattkäfer an.
  • Der Speckkäfer lebt vor allem von tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst und Speck. Oft sitzen die acht bis elf Millimeter großen und braun-schwarzen Käfer am Fenster. Die haarigen Larven werden bis zu 13 Millimeter groß.
  • Lebensmittelmilben sind weißlich-graue Spinnentiere und nisten beispielsweise in Mehl, Müsli, Getreide und Trockenobst. Befallene Produkte entwickeln oft einen süßlichen Geruch, schmecken aber bitter.
  • Ameisen lieben Brot und zuckerhaltige Nahrungsmittel. Schädlich ist vor allem die kleinste Ameisenart: Die gelblichen Pharaoameisen übertragen Krankheiten.
  • Besonders weit verbreitet ist die Drosophila. Du kennst sie wahrscheinlich als Fruchtfliege. In der warmen Jahreszeit tritt sie oft in größeren Mengen in der Küche auf. Das Insekt lebt insbesondere von Obst und Küchenabfällen.
  • Fleischwaren, Fisch und Käse sind das liebste Zuhause der normalen Stubenfliege. Ihre langen weißlichen Maden bohren sich nach dem Schlüpfen in die Lebensmittel hinein. Sie sind oft nur sehr schwer zu bemerken.
  • Küchenschaben oder auch Kakerlaken fühlen sich auf allen Arten von Lebensmitteln, aber auch im Schmutz wohl. Die Allesfresser sind enorm widerstandsfähig und müssen in den meisten Fällen von einem professionellen Schädlingsbekämpfer ausgerottet werden.
  • Die bis zu einem Zentimeter langen, stromlinienförmigen Silberfische sind recht harmlos, allerdings oftmals ein Indikator für Schimmelbefall. Sie mögen warme und feuchte Aufenthaltsorte. In der Küche triffst du sie also meist unter Spüle und Kühlschrank an.

Ungeziefer entfernen und vorbeugen

Suche zunächst nach dem Hauptbefallsort. Inspiziere dazu die Verpackungen gründlich und schütte die Lebensmittel auf helle Unterlagen aus. Da sich Schädlinge gerne in dunklen Ecken und Winkeln verbergen, schaue auch hinter Fußleisten und in anderen Hohlräumen deiner Küche nach. Die meisten Insekten sind lichtscheu, benutze also möglichst eine Taschenlampe, um sie hervorzulocken. Beseitige alle von Ungeziefer befallenen Lebensmittel und entsorge den Müll außerhalb der Wohnung. Dann saugst du die Schränke aus und reinigst sie mit heißem Wasser und Spülmittel (etwa von Pril). Erhitze die Schränke zusätzlich mit einem Fön, um mögliche Eier abzutöten. Eine Bekämpfung mit Gift ist meist wenig empfehlenswert. Bei einer Unterdosierung beseitigst du die Viecher nicht – stattdessen bauen diese möglicherweise eine Resistenz gegen das Mittel auf. Überdosierst du, ist das vor allem für deine eigene Atemluft schädlich. Einfacher, als Schädlinge aus deiner Küche zu entfernen, ist es, Ungeziefer mit den folgenden Tipps vorzubeugen:

  • Lüfte deine Vorratsschränke regelmäßig.
  • Wische deine Kücheneinrichtung zusätzlich mit Essigwasser aus.
  • Lagere deine Lebensmittel möglichst kühl und trocken.
  • Kaufe keine großen Mengen und verbrauche Obst und ähnliche Produkte zügig.
  • Nahrungsmittel, die in Plastik und Folien verpackt sind, füllst du am besten in fest verschließbare Behälter aus Glas um. Diese sind geschmacksneutral und nachhaltig.
  • Halte deine Müllbehälter verschlossen und leere sie häufig.
  • Lass Speisereste nicht offen in der Küche herumliegen, sondern verpackt im Kühlschrank.
  • Halte in regelmäßigen Abständen nach Schädlingen und anderen Insekten Ausschau.

Hat dieser Artikel gefallen?

1

0 Kommentar