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Dogtrekking – als Mensch-Hund-Team ins Gelände

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Immer die gleichen Gassirunden? Du suchst nach Abwechslung und neuen Erfahrungen mit deinem Hund? Wenn du gern wanderst oder einfach gern in der Natur bist, dann probiere es doch mal mit Dogtrekking! Wir sagen dir, was das ist und wie es geht.

Was ist Dogtrekking?

Dogtrekking bedeutet nichts anderes als Wandern mit Hund über größere Distanzen. Wettkampfsportler verstehen unter Dogtrekking gemeinsame Wanderungen über mehr als 80 Kilometer, die manchmal zwei oder mehr Tage dauern. Führt eine Tour durch sehr bergiges Gelände mit großen Höhenunterschieden, verkürzt sich die Distanz. Wenn du im Internet nach Infos zum Dogtrekking suchst, stößt du außerdem auf die Disziplinen Doghiking und Canicross. Während Doghiking sich lediglich in der Distanz unterscheidet – hier legst du 40 bis 80 Kilometer zurück –, handelt sich beim Canicross um einen Sprint über zwei bis sechs Kilometer. Dogtrekking absolvierst du hingegen im gemütlichen Wanderschritt. Es geht um Orientierung im Gelände, um Ausdauer und Durchhaltevermögen. Eine solche Tour stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Hund, denn ihr unterstützt euch gegenseitig. Es gibt beim Dogtrekking verschiedene Varianten, die auch unterschiedliche Ausrüstung erfordern:

 

Hund als „Zugpferd“

Du trägst einen speziellen Gurt auf der Hüfte, dein Hund ein Zuggeschirr. Eine höchstens drei Meter lange, mit Ruckdämpfer ausgestattete Leine verbindet dich mit deinem Vierbeiner. Bei dieser Variante des Dogtrekkings läuft dein Hund vor dir und unterstützt dich mit seiner Zugkraft in flachem Gelände oder wenn es bergauf geht. Lässt du deinen Hund gelegentlich frei laufen, gibt ein GPS-Tracker dir und deinem Hund Sicherheit – schließlich bewegt ihr euch beide in unbekanntem Terrain. Über GPS bekommst du beim Dogtrekking stets Infos, wo sich dein Vierbeiner gerade befindet.

 

Hund als Gepäckträger

Wenn dein Hund mit Zuggeschirr unterwegs ist, ist das für ihn schon anstrengend genug. Trage dann euer Gepäck am besten selbst. Du kannst die Aufgaben aber auch anders verteilen: Lass deinen treuen Begleiter doch sein Gepäck tragen! Achte beim Zusammenstellen der Dogtrekking-Ausrüstung darauf, dass der Hunderucksack deinem Vierbeiner sehr gut passt, hochwertig verarbeitet ist und aus atmungsaktivem Material besteht.

 

Wichtig ist, dass du Dogtrekking nicht übertreibst, wenn du Anfänger bist. Taste dich gemeinsam mit deinem Hund allmählich an längere Strecken heran. Ihr braucht fürs Dogtrekking nämlich vor allem eine gute Kondition.

 

Als Anfänger startet ihr am besten nicht gleich mit einer mehrtägigen Tour durch anspruchsvolles Gelände, sondern baut Kondition zunächst mit kurzen Ausflügen auf. Beginnt mit kurzen Touren und steigert euch allmählich bei leichten Tagesausflügen, bevor ihr euch als Mensch-Hund-Team an eine 80 Kilometer lange Dogtrekking-Tour heranwagt.

Dogtrekking – schafft das jeder Hund?

Hast du einen Hüte- oder Jagdhund? Dann bringt dein aktiv veranlagter Vierbeiner von Natur aus beste Voraussetzungen fürs Dogtrekking mit. Etwas schwieriger wird es, wenn du eine kurzbeinige oder sehr schwere Rasse hast. Unmöglich ist es aber nicht! Denn ausdauernd wandern kannst du grundsätzlich mit jedem ausgewachsenen, gesunden Hund. Einen Junghund (unter 18 Monate) lässt du besser noch zu Hause, denn Dogtrekking belastet die Gelenke stark.

 

Wenn du mit geduldigem Training eine gute Grundkondition aufbaust, meistern auch viele Wohnungshunde wie Dackel, Zwergpinscher & Co. eine anstrengende Tour. Wichtig ist auch, wie gut dein Hund auf deine Kommandos hört. Ist dein Vierbeiner nicht sicher abrufbar, verfügt er über einen stark ausgeprägten Jagdtrieb oder ist er extrem schreckhaft, bergen diese Eigenschaften einige Gefahren beim Dogtrekking.

 

Kurzköpfige (brachyzephale) Rassen wie Mops oder Französische Bulldogge eignen sich wegen rassespezifischer Probleme mit der Atmung nicht fürs Dogtrekking. Falls du dir nicht sicher bist, ob dein Hund fit genug ist, lass ihn vom Tierarzt durchchecken. Ansonsten passt du das Tempo und die Streckenlänge einfach deinem Hund an.

Wie bereite ich mich aufs Dogtrekking vor?

So gewissenhaft, wie du deinen „normalen“ Wanderurlaub vorbereitest, musst du auch ans Dogtrekking herangehen. Erst recht als Anfänger! Einfach Hund ins Auto und ab in die Berge? Das geht sicher nicht gut! Erkundige dich vorher über Leinenpflicht, hundefreundliche Unterkünfte und bei Dogtrekking im Ausland über die Einreisebestimmungen für Hunde. Weiterhin gehören diese Punkte zur Vorbereitung:

 

Training

Kannst du Karten lesen und mit einem Kompass umgehen? Im freien Gelände kommst du beim Dogtrekking mit einer App oft nicht weiter, da es kein Handy-Netz gibt. Routine bekommst du, indem du ab sofort bei jedem Waldspaziergang Karte und Kompass zum Üben dabeihast.

 

Dehne das tägliche Gassigehen nach und nach zu mehrstündigen Wanderungen aus. Absolviere mit deinem Hund am besten mehrmals pro Woche längere Strecken. Gemeinsames Joggen oder Radfahren ist ebenfalls ein hervorragendes Ausdauertraining.

 

Möchtest du deinen Hund sein Gepäck beim Dogtrekking selbst tragen lassen, dann gewöhne ihn langsam an seinen Rucksack. Vielleicht stellst du auch fest, dass du diesen Plan aufgeben musst – weil dein Vierbeiner sich konsequent dagegen sträubt.

 

Wenn nötig, arbeite mit deinem Hund an seinem Gehorsam. Es reicht fürs Dogtrekking nicht aus, dass er die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ beherrscht. Trainiere beispielsweise neben „Komm“ auch ein Kommando, mit dem dein Hund hinter dir geht. Bergab soll dein Hund dich schließlich nicht bremsen, sondern hinter dir bleiben! Auch Balancieren und ähnliche Übungen gehören zur Vorbereitung auf eine Bergtour – dein Hund muss auch auf schmalen Pfaden trittsicher sein.

 

Strecke

Als Dogtrekking-Anfänger solltest du deine und die Kondition deines Hundes keinesfalls überschätzen. Wähle für den Einstieg einfache Strecken aus und vermeide anspruchsvolle Passagen wie Hängebrücken. Bedenke bei der Auswahl der Routen außerdem, dass 20 Kilometer im Flachland weniger anstrengend sind als die gleiche Distanz in den Bergen. Achte bei deinen ersten Dogtrekking-Touren auf die Info „kinderfreundlich“ oder wähle einen der deutschen Weitwanderwege aus. Beginne mit einer individuellen Routenplanung erst dann, wenn du und dein Hund euch als echtes Dogtrekking-Team bewährt habt!

 

Ausrüstung

Lege beim Dogtrekking großen Wert auf die Ausrüstung für dich und deinen Hund. Neben deinen persönlichen Sachen gehören diese Dinge dazu:

Für dich:

  • Trekkingrucksack
  • Wanderkarte und Kompass
  • Stirnlampe
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung für dich und deinen Hund
  • Zeckenzange
  • Bauchgurt
  • geeignetes Schuhwerk
  • atmungsaktive Kleidung

Für deinen Hund:

  • gut sitzendes Touren- oder Zuggeschirr
  • Hunderucksack oder -tragetasche
  • bequem sitzendes Halsband
  • Leine mit stabilem Karabiner und Ruckdämpfer (maximal drei Meter lang)
  • eventuell Hundeschuhe (abhängig vom Untergrund)
  • gewohntes Trockenfutter (Nassfutter ist zu schwer)
  • faltbare Reisenäpfe
  • ausreichend Wasser
  • Pfotenpflege

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