Der Umwelt zuliebe

Flug kompensieren – so hebst du mit gutem Gewissen ab

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Quälen dich Gewissensbisse, weil du einen Flug gebucht hast? Mit einer Spende zum Flugpreis hast du die Möglichkeit, Klimaschutzprojekte zu unterstützen. Wir verraten dir, wie du deinen Flug kompensieren kannst.

Wie funktioniert die CO2-Kompensation beim Flug?

Die Idee ist ebenso einfach wie sinnvoll: Für die Schadstoffe, die durch eine Flugreise ausgestoßen werden, soll sich in einem anderen Bereich der CO2-Verbrauch verringern. Einige Organisationen, Stiftungen und Fluggesellschaften ermöglichen es dir, deinen Flug zu kompensieren.

 

Auf ihren Webseiten findest du sogenannte Klimarechner. Du gibst zunächst Start- und Landeflughafen ein, dann wird ermittelt, für wie viel Treibhausgase du verantwortlich bist und wie viel es kostet, diese Belastung durch adäquate Projekte auszugleichen. Die entsprechende Summe spendest du, wenn du möchtest, direkt auf der Internetseite des Kompensationsanbieters. Auf diese Weise unterstützt du weltweit Klimaprojekte, die Emissionen ausgleichen oder Treibhausgase binden.

 

Übrigens kannst du nicht nur deinen Flug kompensieren. Ähnliche Angebote gibt es auch für Kreuzfahrten. Wenn du willst, minderst du deinen gesamten ökologischen Fußabdruck mit Ausgleichszahlungen.

Wie schädlich ist Fliegen?

So schön es auch ist, die Welt kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern: Das Fliegen schädigt unseren Planeten. Ein Trip nach Australien etwa verursacht so viele Emissionen wie ein Durchschnittsdeutscher im Jahr durch Autofahren, Heizen und Essen zusammen. Um den Hin- und Rückflug zwischen Frankfurt und Sydney zu kompensieren, müsstest du 291 Euro zusätzlich hinblättern.

 

Ein Trost: Da die Klimaabgabe freiwillig ist, kannst du auch weniger bezahlen und so deinen Geldbeutel nicht überstrapazieren, aber trotzdem etwas Gutes für die Umwelt tun.

Wer prüft, ob deine Spende auch wirklich ankommt?

Die meisten Kompensationsanbieter investieren nur in Projekte, die von unabhängigen Stellen überprüft werden. Zu den zertifizierten Testern gehören der Clean Development Mechanism und der WWF Goldstandard. Letzterer kontrolliert nicht nur, ob ein Projekt die ökologischen Standards erfüllt, sondern checkt auch dessen soziale Nachhaltigkeit. Einige Anbieter von CO2-Kompensationen überprüfen die bereits zertifizierten Klimaobjekte sogar noch einmal selbst.

Welche Kompensationsanbieter gibt es?

Eine ganze Reihe von Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen und Unternehmen ermöglichen dir, im Ausgleich für deinen Flug ein Klimaschutzprojekt zu fördern. Wir stellen drei bekannte Kompensationsanbieter vor.

  • Atmosfair ist eine gemeinnützige Klimaschutzorganisation. Sie ging im Jahr 2004 aus einem Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums, des Reiseveranstalterverbandes „forum anders reisen“ und der Umwelt- und Entwicklungsorganisation German Watch hervor. Ziel der Organisation ist es, nicht nur Fluggesellschaften und Reiseanbieter, sondern auch Flugpassagiere zu informieren und aufzuklären und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst ihren Flug zu kompensieren. Mit den Spenden sollen vor allem Projekte auf der Südhalbkugel unterstützt werden, da die Menschen dort am stärksten unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden, obwohl sie ihn nicht verursacht haben.
  • Myclimate ist eine internationale Initiative, die in der Schweiz gegründet wurde. Zu ihren Kunden zählen große, mittlere und kleine Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Non-Profit-Organisationen, Reiseveranstalter sowie Privatpersonen auf der ganzen Welt. Die Stiftung hat sich auf die Fahnen geschrieben, Klimaschutz und die Nachhaltigkeit voranzutreiben. Wenn du durch myclimate deine Flugemissionen kompensieren möchtest, kannst du derzeit über 125 Klimaschutzprojekte in 37 Ländern unterstützen. Myclimate fördert dort die Nutzung erneuerbarer Energie, setzt mit Kleinbauern Aufforstungsmaßnahmen um und führt energieeffiziente Technologien ein. 2016 wurde die Stiftung mit dem Schweizer Nachhaltigkeitspreis Prix Eco gewürdigt.
  • Compensaid ist ein Service, der in Kooperation mit dem Lufthansa Innovation Hub entwickelt wurde. Mit ihm kannst du auf zwei verschiedene Arten Flugemissionen kompensieren. Zum einen besteht die Möglichkeit, in Wiederaufforstungsprogramme zu investieren. Zum anderen kannst du aber auch den Kauf von innovativem Biotreibstoff unterstützen. Das Sustainable Aviation Fuel, kurz SAF, produziert im Vergleich zu Kerosin bis zu 80 Prozent weniger CO2.

Wo landet dein Geld für die CO2-Kompensation beim Flug?

Bei CO2-Kompensation denkst du vielleicht als Erstes an Baumpflanzaktionen. Doch die Hilfe ist viel weiter gefächert: Es gibt Projekte mit erneuerbaren Energien, Maßnahmen zur Minderung des Schadstoffausstoßes von Deponien, Industrie und Transport, und auch Kleinbauern wird unter die Arme gegriffen.

 

Ein Beispiel für ein Projekt, das Klima und Menschen gleichermaßen schützt, ist die Einführung von Biogas in Nepal. Auf dem Land kochen die Menschen dort immer noch mit offenem Feuer. Sie setzen sich dadurch einem enormen Gesundheitsrisiko aus und tragen zur Abholzung der Wälder bei. Unterirdische Kleinbiogasanlagen wandeln Kuhdung, Agrarabfälle und Fäkalien zu Biogas um, das zum Kochen genutzt wird.

 

Wir hoffen, dass wir dir mit den Informationen zum Thema Flug kompensieren geholfen haben. Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, wie du die Umwelt schonen kannst, empfehlen wir dir unsere Beiträge zu den Themen Zero Waste auf Reisen und plastikfrei einkaufen.

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